Wenn ein Pieckser Leben retten kann
Bleich und angespannt blickt Alexandra Haßlacher, 26 Jahre, aus dem Fenster: Nur ein kleiner Piecks, ein paar Tropfen Blut werden durch die Kanüle gezogen und schon ist es auch vorbei. Die Erfahrung, dass es gar nicht so schlimm war wie erwartet machten neben Alexandra viele an diesem Tag. Gleich nach dem Training kam die Schwimmerin des SV Augsburg mit ihren Mannschaftskameraden direkt aus dem Hallenbad in das Elternhaus der Elterninitiative Krebskranker Kinder Augsburg (EKKA). Dort spendeten die Schwimmer, wie insgesamt 213 andere Wagemutige, ein paar Tropfen Blut um in die Datenbank für Knochenmarkspender aufgenommen zu werden.
Alle 45 Minuten kommt es in Deutschland zu einer Neuerkrankung an Leukämie, worunter besonders viele Kinder und Jugendliche sind: Etwa 2200 Kinder erfahren jährlich von der Diagnose Blutkrebs. Doch die Heilungschancen sind nicht ganz ausweglos. Mithilfe der Transplantation von Stammzellen vom Blut des Spenders in das des Patienten können heutzutage bis zu 70% geheilt werden. Allerdings passt nicht jedes Blut zu jedem Patienten. Wenn Spender- und Empfängerblut zusammen passen handelt es sich um eine praktisch weltweit einzigartige Blutsverwandtschaft. Deshalb ist es auch von so hoher Bedeutung möglichst viele Menschen in der Datenbank zu registrieren.
Um die weltweit vernetzte Spenderdatei ständig zu erweitern veranstaltet und finanziert die EKKA jährlich eine Typisierungsaktion. Knappe 40 Euro kosten die Blutuntersuchungen nämlich, die notwendig sind um die markanten Merkmale herauszufinden. “Die finanzielle Unterstützung bekommen wir durch viele Geldspenden und die Mitgliedsbeiträge in unserem Verein”, erklärt Geschäftsführer Thomas Kleist. “Wir hoffen durch die regelmäßig stattfindenden Typisierungsaktionen das Problem Leukämie in den Fokus der Menschen zu rücken”, so Kleist weiter. Dieses Jahr waren, ebenso wie letztes Jahr, 64 Prozent der Blutspender weiblich und der Altersdurchschnitt lag mit knapp unter 30 Jahren etwas niedriger als bisher. Dies sei, so der Geschäftsführer, besonders positiv, da dadurch die Daten länger in der der Spenderdatei gespeichert werden können. Damit die Datenbank weiter wächst, ist für nächstes Jahr schon die nächste Typisierungsaktion geplant.



